Tiny House Umzug Nr. 2

Tiny House Umzug Nr. 2

Lange ist es her, seit ich hier zum letzten Mal Neues vermeldet habe. Tatsächlich ist mein Tiny House aber im April zum zweiten Mal umgezogen, und die Highlights davon wollte ich euch nicht vorenthalten. :-)


Der Umzug

Nun steht mein Tiny House im Züri Oberland an einem hübschen, etwas versteckten Ort und ist dort profimässig aufgebockt, sodass es auch noch eine Weile stehenbleiben kann, bis ich wieder Zeit fürs Bauen habe. :-)

 

Für den Umzug habe ich wie schon letztes Mal einen erfahrenen Fahrer engagiert, der Anhänger fahren darf. Ich selbst käme nie auf die Idee, mein Tiny House eigens herumzufahren (abgesehen davon, dass ich nach wie vor nicht sicher bin, ob ich das ohne Anhängerprüfung überhaupt dürfte) - nur schon, weil ich viel zu nervös wäre! Es ist schon aufregend genug, hinter dem eigenen Tiny House herzufahren. ;-)

Zusätzlich habe ich beim Strassenverkehrsamt in Zürich für den Umzugstag ein Wechselnummernschild geholt (war ganz einfach und günstig) und diese für den Transport am Tiny-House-Anhänger angeklebt.

Bevor wir richtig losgefahren sind, haben wir noch einen kurzen Abstecher zur nächsten Brückenwaage gemacht, wo sich herausgestellt hat, dass mein leeres und ausgeräumtes Tiny House ca. 3.3-3.4 Tonnen schwer ist (!). Da habe ich aber nochmal Glück gehabt! :-D (Auf der Strasse darf ein Tiny House auf einem Anhänger wie meinem nur 3.5 Tonnen wiegen.)

Auf dem Weg selbst ist der Fahrer konstant ca. 70 km/h gefahren und alles ist wie am Schnürchen gelaufen. Es gab nur einen Schreckensmoment, als der Fahrer mit 80 km/h in einer Neigung in ein Autobahntunnel fahren wollte: Da das Tiny House nun leer war und sich der Schwerpunkt nicht mehr klar unten am Boden befand, war das Fahren mit dem Tiny etwas instabiler, als wenn man noch Dinge mittransportiert hätte. Irgendwie hat die Neigung dazugeführt, dass das Tiny House kurzzeitig anfing hin- und herzuschlingern. Dies lag wohl aber auch am Tempo, das ein bisschen zu hoch angesetzt war. Mit höchstens 70 km/h zu fahren, ging danach für den Rest der Strecke wunderbar.

 

Es war sehr lustig für uns, da in fast sämtlichen vorbeifahrenden Autos, die sich dank unseres Schneckentempos auf der Autobahn erfolgreich stauten, die Leute die Handys gezückt hatten und das Tiny House neugierig fotografierten. Wir hatten auf jeden Fall grossen Spass an der Fahrt, auch wenn ich sehr aufgeregt war. ;-D

 

Zusammengefasst braucht es für den Tiny-Transport:

  • Einen erfahrenen Fahrer / eine erfahrene Fahrerin, die Anhänger fahren darf/kann
  • Ein Zugfahrzeug, das von der Stützlast her passt und die passende Kupplung hat (am besten das private Fahrzeug der fahrenden Person)
  • Ein Wechselnummernschild vom Strassenverkehrsamt
  • Einen kurzen Ausflug zur nächsten Brückenwaage, um sicherzugehen, dass man nicht über 3.5 Tonnen ist
  • Vor Ort: Wagenheber und Vierkanthölzer, um das Tiny House aufzubocken (damit es nicht immer auf den Pneus steht)

Stützlast prüfen

Solltet ihr das erste Mal ein Tiny transportieren, ist es zudem ratsam, die Stützlast des Tinys/der Deichsel zu prüfen. Dies braucht man, um abschätzen zu können, ob das Zugfahrzeug geeignet ist. Die Stützlast habe ich 2018 beim ersten Umzug geprüft, habe es dieses Mal aber gelassen. Wie das geht, sieht man in vielen Youtube-Videos. Soweit ich mich erinnere, habe ich ein Vierkantholz auf eine normale Personenwaage gelegt und das Ganze dann unter das Stützrad an der Deichsel geschoben. Das Stützrad wurde dann auf das Vierkantholz gesenkt, sodass dass die ganze Last auf dem Stützrad gewogen werden konnte. Wenn ich mich nicht total falsch erinnere, lag die Stützlast bei meinem Tiny House bei über 100kg (könnten es 112kg gewesen sein? Irgendso eine Zahl spukt noch in meinem Kopf herum). Die Stützlast war jedenfalls recht hoch, weil wahrscheinlich die Loft des Tiny Houses auf der Deichselseite liegt und so etwas Gewicht hinzufügt. Welche Stützlast ein Zugfahrzeug aushält, kann man dann im Handbuch/in der Bedienungsanleitung des Zugfahrzeugs nachlesen.

Wie geht es mir und wie geht es weiter?

Auch im letzten halben Jahr habe ich sehr viel gearbeitet (Studium, Masterarbeit, Unterrichten), sodass keine Zeit für Projekte mehr blieb. Dies geht voraussichtlich auch noch mind. ein halbes Jahr so weiter, bis dann im Sommer 2022 mein Studium abgeschlossen ist. Ziel ist es dann, das Tiny House schrittweise fertigzustellen (viel bleibt ja nicht mehr!), aber einen Stress möchte ich mir nicht mehr machen. In meinem Leben soll auch Platz sein für andere Projekte und meine Weiterentwicklung in anderen Bereichen als dem Tiny House.

 

Ob ich in den nächsten Jahren je vollständig in mein Tiny House ziehe, ist aktuell nicht mehr klar. Ursprünglich war ja die Idee, noch während meines Studiums im Tiny House zu wohnen. Mein Studium neigt sich nun aber langsam dem Ende zu, und da für mich gegen die 30 dann wahrscheinlich die Familienphase in den Vordergrund rückt, stellen sich auf einmal neue Fragen - wie es im Leben halt so ist! Für mich ist klar: Familienleben ist mit meinem Tiny House (das nicht auf Familie ausgerichtet ist) eher nicht vereinbar. Ich möchte das Projekt aber sehr gerne beenden und habe nach wie vor sehr viel Freude am Tiny. Ich könnte mir auch vorstellen, einen Sommer lang drin zu wohnen oder es an eine tolle Person zu vermieten. Verkaufen aber - das kommt für mich nicht in Frage, egal ob ich selber drin wohne oder nicht. Mein Tiny wird immer mein erstes Baby bleiben, so pathetisch das klingt. :-P

Video mit den Highlights vom Umzug!

Statt Fotos hier einmal ein kurzes Video mit den Highlights unserer Fahrt. Viel Spass :-)

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