Frequently Asked Questions!

Hier beantworte ich - so gut es geht - die häufigsten Fragen zum Tiny-House-Projekt.


 Die neuen FAQ sind in folgenden Kategorien geordnet:

  • Tiny-House-Projekt und interessierte Öffentlichkeit
  • Zum Tiny-House-Projekt selbst
  • Planung und Bauen
  • Die Fragen, die sich alle Tiny-House-Interessierten stellen
  • Technisches

 

Tiny-House-Projekt und interessierte Öffentlichkeit

Gibt es eine Möglichkeit, dein Tiny House zu besichtigen?

Bis anhin habe ich viele Besucher/innen bei meinem Tiny House empfangen. Im Moment ist meine Zeit aber leider so knapp, dass ich die Zeit beim Tiny House wirklich fürs Bauen nutzen muss. Daher empfange ich im Moment grundsätzlich leider keine Besucher/innen für reine Besichtigungen. Wer das Tiny House trotzdem sehen möchte und mit mir über Tiny Houses gesprächeln will, kann mir gerne für einen Tag beim Tiny House bauen helfen.

 

Kannst du Hilfe beim Bauen gebrauchen?

Ja, sehr gerne! Schreib mir über Kontakt und ich setze dich auf meine Helfer/innen-Liste. Ich schicke jeweils einen Doodle an alle, wenn ich gerade Hilfe beim Bauen brauchen kann. Wenn du länger nichts von mir hörst, liegt das daran, dass ich nur noch sehr wenig Zeit zum Bauen habe.

 

Wie oft baust du am Tiny House?

Von 2016 bis 2017 habe ich etwa drei Tage die Woche am Tiny House gearbeitet. Seit 2017 hat sich aufgrund eines 100%-Studiums und eines Nebenjobs die Bauzeit drastisch vermindert. Ich baue v.a. im Sommer und im Winter (Ferien) für einige Wochen, an Ostern eine Woche, und zwischendurch an einzelnen Tagen.

 

Student/innen und Schüler/innen: Kann ich dich für meine Abschlussarbeit kontaktieren?

Ja. Bitte schreib mir über Kontakt.

 

Medien: Gibst du Interviews zu deinem Projekt?

Aktuell gebe ich keine Interviews mehr zum Tiny House. Ich habe in den letzten Jahren und auch als Präsidentin des Vereins Kleinwohnformen Schweiz viel Medienarbeit gemacht, jetzt brauche ich meine Zeit gerade für den eigentlichen Hausbau.

 

Wo kann man sich zum Thema Tiny House vernetzen? Gibt es einen Verein für Tiny Houses?

Ja, ich habe mit anderen Tiny-House-Begeisterten im April 2018 den schweizweiten "Verein Kleinwohnformen Schweiz" gegründet, wo sich Interessierte fürs Thema Kleinwohnformen engagieren und auch sonst vernetzen können. Es gibt auch andere Gefässe, wo man Gleichgesinnte treffen kann. Ein Blick auf meine Linkliste lohnt sich.

 

Wieso schreibst du nicht mehr so viel auf dem Blog? Läuft das Projekt noch?

Das Projekt läuft auf jeden Fall noch und soll irgendwann fertig werden. ;-) Der Grund, weshalb ich nur noch selten auf dem Blog schreibe, ist einfach: Ich habe wegen meines 100%-Studiums und Nebenjob nur noch sehr wenig Zeit, um überhaupt am Tiny House zu arbeiten. Deshalb gibt es nur langsam Fortschritte. Diese werden aber weiterhin dokumentiert.

 

Zum Tiny-House-Projekt selbst

Was sind die Eckdaten des Tiny Houses? (Länge, Breite, Gewicht etc.)

  • Das Tiny House ist 6m lang (ohne Deichsel), 2.53m breit und am höchsten Punkt fast 4m hoch.
  • Die Wohnfläche beträgt ca. 20m^2: 14m^2 im unteren Bereich und 6m^2 in der Schlafloft.
  • Der Anhänger wiegt 750kg und das ganze Tiny House darf auf der Strasse beim Fahren mitsamt Anhänger nur 3500kg wiegen. Das bedeutet: Beim Fahren darf auf dem Anhänger nur 2750kg Gewicht lasten.
  • Wenn das Tiny House steht, darf es auch schwerer sein. Die Gewichtsbegrenzung gilt nur auf der Strasse. Wie viel der Anhänger an Gewicht aushält, muss man mit dem Hersteller des Anhängers klären. Mein Tiny House darf sicher 4000kg schwer sein, solange es nicht fährt.

 

Wieso ein Tiny House? Was fasziniert dich an dieser Wohnform?

Über meine Beweggründe habe ich hier bereits ausführlich geschrieben.

 

Wie ist der aktuelle Stand des Tiny-House-Projekts?

Der Blog ist der Ort, wo man den aktuellen Stand des Tiny-House-Projekts einsehen kann.

Wenn ich mal keine Zeit habe, den Blog aktuell zu halten, halte ich meistens meine Bauschritt-Liste auf dem Laufenden (weil das schneller geht).

 

Wohnst du schon im Tiny House?

Nein, ich wohne noch nicht im Tiny House. Ich bin aktuell mit dem Innenausbau beschäftigt.

 

Möchtest du einmal in deinem Tiny House wohnen?

Ja, sehr gerne. Da das Tiny-House-Projekt nun aber länger dauert als ursprünglich geplant (weil ich nicht gedacht hatte, dass ich neben meinem Studium so wenig Zeit haben würde und da ich ursprünglich noch nicht wusste, dass ich einmal so engagiert sein würde im Verein Kleinwohnformen Schweiz), denke ich, dass ich nach Abschluss meines Studiums nicht mehr ewig darin wohnen kann. Der beschränkende Faktor sind für mich Kinder - zumindest mein Tiny House ist platzmässig nicht längerfristig auf ein Kind ausgelegt. Aber nach Abschluss des Projekts und bis Kinder auf den Plan kommen, gibt es noch ein Zeitfenster, wo ich diesen Traum leben kann.

 

Wo steht das Tiny House? Wo baust du das Tiny House?

Das Tiny House steht im Moment in der Nähe der Stadt Zürich. Es steht auf eingezontem Bauland. Dort bin ich aktuell mit dem Innenausbau des Tiny Houses beschäftigt.

 

Wie lange dauert das Projekt schon und wann ist das Tiny House fertig?

2015 habe ich angefangen, das Tiny House zu planen. Im November 2016 habe ich mit Bauen angefangen.

Wann das Tiny House fertig ist, lässt sich nur schwer vorhersagen. Es hängt von vielen äusseren Faktoren ab und leider nicht nur von meiner Motivation und meinem Tatendrang. Der herausforderndste Faktor ist aktuell die Zeit.

 

Baust du das Tiny House alleine? Mit wem baust du das Tiny House?

Ja, ich baue das Tiny House alleine. D.h. ich bin alleinige Projektverantwortliche, habe das Tiny House selbst geplant und gezeichnet und koordiniere das ganze Projekt. Ich baue es auch mit meinen eigenen Händen. Hingegen muss ich an dieser Stelle natürlich zugeben, dass man so ein Tiny House nicht ganz alleine bauen kann - denn viele Bauteile sind einfach zu schwer und man braucht sehr oft noch mind. zwei weitere Hände. Ohne meine Freundinnen und Freunde, meine Familie und viele weitere Interessierte, die mich beim Bauen unterstützt haben, wäre das Projekt nie so weit gekommen. An dieser Stelle deshalb ein ganz herzliches Dankeschön an Alle, die mir so grosszügig helfen. <3

 

Wie viel kostet das Tiny House? Wie finanzierst du das Projekt?

Eine mehr oder weniger aktuelle Kostenübersicht findest du hier.

Einen Grossteil des Projekts habe ich selbst finanziert. Einen Teil des Projekts finanziere ich mit Unterstützung von Freunden und Familie.

 

Planung und Bauen

Wie bist du darauf gekommen, in einem Tiny House zu wohnen?

Über meine Inspiration zum Tiny House habe ich hier ausführlich geschrieben.

 

Wie bist du die Planung des Tiny Houses angegangen?

Die Idee zu einem Tiny House ist mir im Sommer 2015 gekommen. Zunächst habe ich hunderte Tiny-House-Videos auf Youtube geschaut und alles über das Thema gelesen, was ich gefunden habe – neue Erkenntnisse habe ich notiert. Irgendwann habe ich angefangen, mir zu überlegen, wie ich mein Tiny House am liebsten designen würde. Dabei habe ich mich gefragt, wo ich mich tagsüber meistens aufhalte und was mir dementsprechend am wichtigsten ist. Gemäss diesen Bedürfnissen haben ich mit dem Gratis-Programm SketchUp ein genaues CAD-Modell am Computer gebaut und dort alle Erkenntnisse aus meiner ausgedehnten Recherche angewendet. Danach galt es, einen Bauplatz zu organisieren. Als ich diesen hatte, entwickelte ich zusammen mit einem Anhängerbauer einen Anhänger, der genau auf mein Tiny House zugeschnitten war. Im November 2016 habe ich mit dem Bau begonnen und mich dabei stets an mein CAD-Modell gehalten. Der Plan ist aufgegangen!

 

Mit welchem Programm hast du dein CAD-Modell gezeichnet?

Fürs einfache Einrichten und Überlegen habe ich mit dem Gratis-Programm Sweet Home 3D gestartet. Fürs Planen bin ich auf das tolle und empfehlenswerte Gratis-Programm Google Sketchup (Gratisversion) umgestiegen. Um das Programm zu erlernen, habe ich das Tutorial von Tiny Nest (Kanadisches Tiny-House-Paar) gekauft. Es ist nicht teuer und sehr gut. Nach wenigen Stunden konnte ich in Sketchup mein ganzes Tiny House zusammenstellen. Bis mein CAD-Modell fertig war, habe ich jedoch mehrere hundert Stunden daran gearbeitet.

 

Wo hast du bisher dein Tiny House gebaut?

Von 2016 bis 2018 habe ich das Tiny House bei der Wagenschreinerei Holzlabor in Thalheim an der Thur gebaut.

Seit 2018 steht das Tiny House in der Nähe der Stadt Zürich auf eingezontem Bauland.

 

Wie viel Zeit braucht es, ein Tiny House selbst zu bauen?

Es braucht viel Zeit und viel Geduld.

Eine aktuelle Übersicht über die Baustunden (also reine Stunden, die ins Bauen geflossen sind - keine Transporte, keine Recherche und keine Organisation) findet man hier.

 

Welche Bauschritte haben dir bis jetzt am meisten Freude gemacht?

Die Fenster einzubauen war toll - das hat das Tiny House sofort viel wohnlicher gemacht. Und es war nicht allzu streng. Dasselbe für die Tür. Es war toll, mein Tiny House endlich abschliessen zu können! Ich hatte auch sehr Freude am Einbau der Loft. Es war unglaublich, die erste Nacht im Tiny House zu verbringen und vom Bett aus die Sterne anschauen zu können.

Ebenfalls habe ich sehr genossen, die Wände von innen zu verkleiden. Endlich etwas, das man dann auch noch später sieht. :-)

Ganz toll war es auch, den Laminatboden zu verlegen. Das war sehr locker und hatte einen fantastischen Effekt.

 

Welche Bauschritte waren bis jetzt am schwierigsten?

Das Dach zu decken fand ich herausfordernd. Mit Blech zu arbeiten ist nicht das Gleiche, wie mit Holz zu arbeiten. Für mich ist Blech weniger intuitiv und man kann sich schneller verletzen. Das Dach habe ich aber auch bei fast 40 Grad im Hochsommer gebaut, das war sehr anstrengend. Kommt hinzu, dass man dauernd hoch und runterklettern muss, selbst wenn man nur etwas unten vergessen hat. Meine Höhenangst habe ich aber seit dem Dachbau überwunden. ;-)

Am schwierigsten fand ich es jedoch, in jedem Wetter und bei jeder Temperatur zu arbeiten. In dieser Hinsicht habe ich grossen Respekt gewonnen für alle Menschen, die auf dem Bau arbeiten. Es war nicht schwierig, die Wände zusammenzuschrauben, aber es war schwierig, genau zu messen bei -8 Grad. Es war nicht schwierig, mit Dämmung zu arbeiten, aber es war schwierig, weil meine Schutzbrille dauernd angelaufen ist bei den Minustemperaturen. Es war auch nicht so lustig, im Regen die Fassadenverkleidung anzubringen.

 

Wo wird das Tiny House später einmal stehen?

Das weiss ich noch nicht.

 

Die Fragen, die sich alle Tiny-House-Interessierten stellen

Was muss man persönlich mitbringen, um selbst ein Tiny House bauen zu können?

Wenn man nicht gerade von Beruf Handwerkerin ist oder bereits begeisterter, erfahrener und dementsprechend entspannter Hobbybastler, gibt es meiner Erfahrung nach tatsächlich einiges, was man als Bau-Neuling mitbringen sollte. Ich sage eigentlich immer: Wenn ich das so weit geschafft habe, dann schafft das jeder andere Mensch auch. Aber ein Tiny House ist kein kleines Projekt und es ist, auch wenn man mehr Zeit für das Projekt hat und schneller arbeitet als ich, gerade für Bau-Neulinge nichts, was man in drei Tagen geplant und abgeschlossen hat.

Also: Wer das als Bau-Neuling mit wenig Erfahrung machen möchte, sollte meiner Meinung nach Folgendes mitbringen:

  • Die wichtigste Triebkraft: Ganz viel Begeisterung, Faszination und Freude für das gewünschte Tiny House! Du musst dir sicher sein, dass das eine tolle Sache ist und warum du es bauen möchtest. Und wenn du daran denkst, mal im Tiny House zu wohnen, solltest du die Freude kaum zurückhalten können :-D Das ist die Quelle, aus der du Hoffnung und Inspiration schöpfen kannst, wenn es mal streng wird. Zeichne dir ein tolles Modell von deinem Wunsch-Tiny-House und hänge es gut sichtbar auf, damit du immer weiss, woran du arbeitest. :-)
  • Eine grosse Bereitschaft, viel zu lernen und viel zu recherchieren. Als Bau-Neuling muss man sich viele Infos zusammensuchen. Vielleicht ist es mittlerweile nicht mehr ganz so schwierig, an Infos zu kommen, als im 2015 (da habe ich ja auch versucht, mit meiner Webseite etwas Gegensteuer zu geben), aber trotzdem muss man vieles googeln und nachlesen. Evtl. kommt auch noch dazu, dass man sich die handwerklichen Fähigkeiten beibringen muss.
  • Eine gute Organisation und ein Wille zur Koordination. Es ist nicht ganz einfach, sich nicht zu verzetteln und Budget, Material, Hilfe und Transporte auf dem Radar zu haben. Es ist ebenfalls schwieriger, als ich gedacht hatte, sicher zu stellen, dass alles und Alle immer zur rechten Zeit am rechten Ort sind. Eine gute Organisation hilft da sehr.
  • Viel Ausdauer und Geduld. Fast alle, die je ein Tiny House selbst gebaut haben (ich inklusive), machen die Erfahrung, dass es länger dauert, als man geplant hat. Da hilft nur eines: Durchhalten, wissen, wann man sich Pausen gönnen muss, und immer an das tolle Endprodukt denken. :-)
  • Eine gewisse Vorstellungskraft und die Fähigkeit, räumlich zu denken: Das kann sehr helfen beim Designen, Planen und Ausführen.
  • Eine gewisse Portion Entspannung und Flexibilität: Wenn nicht alles so kommt, wie man sich das gewünscht hat; oder das Projekt länger dauert, als man geplant hat - da hilft nur eine entspannte Sichtweise. Am Ende kommt es gut ;-)
  • Eine gewisse Portion Selbstdisziplin. Auch das braucht man, denn die körperliche Arbeit und die sichtbaren Fortschritte machen zwar oft Spass, aber manchmal ist Bauen auch einfach anstrengend. Man muss eine gesunde Balance finden zwischen Selbstdisziplin (sich selbst zur Arbeit motivieren) und selbstverordneter Pause. Nicht immer einfach zu wissen, was man gerade braucht!
  • Eine gewisse Frusttoleranz. Wie bei jedem Bauprojekt - ob klein oder gross - gibt's ab und zu Momente, wo alles nervt. Etwas wird zu spät oder falsch geliefert, man hat die falsche Grösse gekauft, man hat Geld ausgegeben für etwas, was man am Ende gar nicht gebraucht hat, oder ein Wespennest versperrt den Weg ins Tiny House... Da hilft nur tief durchatmen und weitermachen! Das Gute ist hier: Wer vor dem Projekt noch keine hohe Frusttoleranz hat, wird sie durch das Tiny House ganz sicher bekommen - so ist es zumindest mir ergangen. Es besteht also die Möglichkeit, "persönlich zu wachsen" an so einem Projekt. Macht sich auch gut im CV :-P
  • Die Bereitschaft nachzufragen, wenn man nicht weiter weiss. Als Bau-Neuling wird es zu vielen Situationen kommen, wo man einfach nicht weiterkommt oder wo man ganz genau weiss, dass man jetzt entweder fünf Stunden googeln oder aber einfach einen Profi anrufen kann, um zur gleichen Antwort zu gelangen. Man muss sich an den ein oder anderen schrägen Blick gewöhnen, wenn man sagt, was man vorhat, während man gleichzeitig solche Fragen stellt. ;-)  Einfach nicht aus der Ruhe bringen lassen. Sehr oft hat man tolle Begegnungen und darf von erstklassigem Wissen profitieren! Übrigens: Besonders als junge Frau ist es nicht immer ganz einfach nachzufragen. Man wird auch solche Experten treffen, die einen nicht für voll nehmen. Lass dich nicht unterkriegen und nimm dich selbst ernst. All die Langweiler, die in ihrem Leben nie was Spezielles gemacht haben und dich daher komisch anschauen, haben Glück, persönlich von einem Tiny-House-Projekt zu hören! ;-)
  • Jemand, der mit dir baut - oder ein gutes Netzwerk von Helfer/innen und Unterstützer/innen. Ganz alleine kann man so ein Tiny House nicht bauen, ausser man ist extrem durchtrainiert und hat das Glück, mit vier Armen geboren zu sein (oder so). Meine Empfehlung ist: Wenn immer möglich zu zweit so ein Tiny House bauen, oder dann eben mit einem guten Netzwerk ausgestattet zu sein, mit Menschen, die einem beim Bauen helfen, auch wenn die Wetterlage mal nicht so rosig ist.

Ist es wirklich möglich, ohne handwerkliche Erfahrung ein Tiny House zu bauen?

Ja, absolut. Learning by doing. Die Erfahrung gewinnt man beim Machen. Natürlich muss man sich am Anfang (oder auch immer mal wieder) jemanden schnappen, der schon mal Werkzeuge in der Hand hatte, und sich alles erklären lassen. Wer schnell lernt, wird aber keine Mühe haben, den Rest dann selbst zu erledigen. Und sind wir ehrlich, sonst gibt es für alles Youtube oder Google.

Ein Tiny House muss keine Schreinerkunst sein. Es kann (wie uns die Profis vom Holzlabor z.B. lehren), aber es muss nicht - man kann die Konstruktion auch simpel halten und alles einfach zusammenschrauben, anstatt auf komplizierte Verbindungstechniken zu setzen. Holz zu sägen und zu schrauben, ist wirklich nicht so schwierig. Nur Mut!

 

Ist es wirklich möglich, alleine ein Tiny House zu bauen?

Nein. Ganz alleine ist es meiner Meinung nach nicht möglich, ein Tiny House zu bauen - ausser, man ist wie gesagt irgendwie extrem durchtrainiert und hat das Glück, mit vier Armen geboren zu sein. Was ja meistens nicht der Fall ist. Es ist nicht möglich, weil viele Bauteile zu gross, schwer oder sperrig sind und man sie schlicht nicht selbst herumtragen kann. Und selbst wenn man mit leichteren Dingen arbeitet, bietet sich sehr oft eine helfende Hand an, die das andere Ende des Meters hält, dir etwas rüberreicht, oder deine Leiter hält, während du die Deckentäferung anbringst. Es war vielleicht mein grösster Irrtum zu denken, dass ich nach kurzer Zeit schon vieles alleine machen kann. Ich bin jetzt am Innenausbau und es hat kaum je Momente gegeben, wo das Alleine-Arbeiten wirklich gut möglich war (ausser Dämmung in die Wände stopfen). Von daher empfehle ich allen, wenn möglich zu zweit zu bauen und das Projekt zu zweit in Angriff zu nehmen. Es ist auch entlastend, nicht alleine verantwortlich zu sein. Falls niemand vorhanden ist, der das mit dir macht, dann brauchst du ganz sicher ein gutes Netzwerk von Helfer/innen oder unterstützende Freund/innen und Familie, die auch mal vorbeikommen, wenn das Wetter spinnt. Ohne Unterstützung geht es nicht. Aber vergiss nicht: In Wahrheit ist es auch nicht immer so einfach, Hilfe anzunehmen, besonders, wenn das Projekt länger dauert. Und Hilfe zu koordinieren kann auch herausfordernd sein.

 

Wie viel kostet ein Tiny House?

Diese Frage kann man nicht allgemeingültig beantworten. Hier kann man meine aktuellen Kosten einsehen. Hauptsächlich kommen die Kosten auf drei Faktoren drauf an:

1) Selber bauen oder kaufen: Beim Selbstbau sind die Kosten logischerweise tiefer als beim Kaufen eines fixfertigen Tiny Houses. Dies, weil die Arbeit gratis gemacht wird und Arbeit teuer ist.

2) Ausbaustandard / Wohnstandard: Wenn die Ansprüche nicht so hoch sind, bleiben die Kosten tiefer - umgekehrt steigen die Kosten mit den steigenden Ansprüchen.

3) Schlaues Einkaufen / Recycling: Wer recycelte Materialien / Baustoffe oder Restposten nutzt, kann die Kosten in der Regel tiefer halten. Dafür muss man aber etwas flexibel sein (was ich nicht war und ich stehe dazu). Ebenfalls kann man Kosten sparen, indem man nicht jedes Hölzchen im Baumarkt kauft, sondern lokale Geschäfte und für Holz v.a. Sägereien / Zimmereien / Schreinereien in der Umgebung nutzt.

Konkret heisst das: Die günstigsten Selbstbau-Tiny-Houses, die ich kenne, wurden für etwa 10'000 CHF gebaut (Occasion-Anhänger, kein High-Tech, simple Strom-/Wasser-Lösungen). Die teuersten Selbstbau-Tiny-Houses kosteten um die 70'000 CHF (High-Tech, komplexe Strom-/Wasser-Lösungen, evtl. Bodenheizung, Solar etc.). Meines wird um die 40'000 CHF kosten und liegt damit im Mittelbereich. Eine ausführliche Liste meiner Kosten kann man bei mir via Kontaktformular anfordern.

Das günstigste fixfertige Tiny House in der Schweiz bekommt man wohl so für 30'000 CHF, evtl. muss man da dann aber auch mit Qualitätseinbussen oder schlechten Arbeitsbedingungen rechnen... Für hochwertige, lang haltbare Tiny Houses kann man in der Schweiz auch 100'000 CHF liegen lassen. Es kommt wohl darauf an, was man sich vorstellt und was einem wichtig ist. Mittlerweile gibt es viel mehr Schweizer Anbieter als noch vor 5 Jahren, von daher ist das Angebot sicher grösser und auch preislich diverser.

 

Wie lange geht es, ein Tiny House zu bauen?

Auch diese Frage kann man nicht allgemeingültig beantworten. Die Antwort hängt wohl von folgenden Faktoren ab:

1) Zur Verfügung stehende Zeit pro Woche: Wer sich ein Jahr frei nimmt, Geld und Bau-Unterstützung hat, kann ein Tiny House in einem Jahr gut fertig bauen. Wer nur wenige Tage pro Woche oder gar nur wenige Wochen im Jahr Zeit zum Bauen hat, dessen Projekt wird sich notgedrungen verlängern.

2) Expertise / Bau-Skills: Wer schon viel handwerkliche Erfahrung hat, ist geübter mit jedem Handgriff und in der Konsequenz auch schneller fertig. Als Neuling wird man auch seeehr viel schneller über die Zeit, aber man ist nun mal kein Profi.

3) Zu zweit oder alleine bauen: Wenn man (mind.) zu zweit baut, kann man die Verantwortung auf zwei Schultern verteilen und einander überdies in jedem Bauschritt genial unterstützen. So kommt man viel schneller vorwärts, als wenn man alleine baut und für viele Bautage Unterstützung von Freund/innen oder Familienmitgliedern organisieren muss.

4) Auto/Werkstatt: Ich sag mal, wenn man ein eigenes Auto hat und jederzeit in den Baumarkt fahren kann, sobald etwas Kleines fehlt, hat man weniger Hindernisse und wird schneller fertig. Auf eine eigene, gut ausgerüstete Werkstatt zurückgreifen zu können, hilft ebenfalls, dem Bauprozess keine unnötigen Steine in den Weg zu legen.

5) Körperliches Durchhaltevermögen: Wer keine Mühe hat, 8h am Tag körperlich zu arbeiten und bei schmerzenden Händen und Knien etc. nicht gleich nach Hause fährt, wird schneller fertig mit dem Tiny House. Wer nach 5h schon merklich müder wird und schlicht nicht so viel Kraft in den Armen hat, verliert halt einige Stunden Arbeit pro Tag... (So ging/geht es mir)

6) Innere Hartnäckigkeit / Biss: Das geht ins Gleiche. Wenn man motiviert und hartnäckig bleibt, dann schafft man in kürzerer Zeit mehr, weil man seine Zeit nicht verdümpelt, indem man genervt ist vom aktuellen Bauschritt usw.

7) Genauigkeit: Wer es weniger genau nimmt und simplere Methoden wählt, ist - ganz einfach - schneller fertig.

Konkret heisst das: Es gab schon ein US-Pärchen, das sein Tiny House in 3 Monaten fertig gebaut hat (alle Materialien schon im Voraus bestellt und alle Entscheidungen bereits im Voraus getroffen). Ein bekannter Tiny-House-Bauer (Morrison), der selbst viele Häuser gebaut hatte, hat sein Tiny House auch in etwa 3 Monaten fertig gehabt. Alle anderen, die nicht gleich solche Superhelden sind, werden länger haben. Ich denke, mit einem guten Jahr sollte man schon rechnen, wenn man daneben nicht arbeitet. Nicht unbedingt, weil man das Ding nicht in 3 Monaten fertig haben könnte. Sondern weil es zu Lieferverzögerungen und Entscheidungsschwierigkeiten kommt, zu Organisationshindernissen und sonstigen Hürden. Es ist einfach nicht so leicht, wie man sich das immer vorstellt. Schlussendlich ist der Bauprozess wohl für jede Person individuell und oft kommen noch Faktoren hinzu, die man nicht vorhergesehen hat.

 

Was würdest du beim zweiten Bau gleich machen?

Ich würde ganz klar nochmal ein CAD-Modell im Sketchup machen. Das Modell war die beste Hilfe im Bauprozess und extrem hilfreich, um alle Schwierigkeiten von Vornherein auszumerzen. Bzw. ich konnte mein Tiny House absolut so umsetzen, wie ich es geplant hatte. Es sind mir keine grossen Fehler passiert, denn ich konnte (fast) alles voraussehen und durchdenken, bevor ich angefangen habe.

 

Was würdest du beim zweiten Bau anders machen?

Ich würde mich klar mehr aufs Gewicht des Tiny Houses achten. Diesen Aspekt habe ich in der Planung sicherlich vernachlässigt, und das rächt sich jetzt, wo ich nicht leichtfertig alles kaufen kann, was ich möchte und die Möbel mobil und leicht bauen muss (was ja an sich nicht schlecht ist). Konkret würde ich das Holzständerwerk / den Aufbau mit leichteren, sprich schmaleren Balken/Ständern bauen. Ich habe 60x80mm-Balken genutzt, aber 40x80mm oder sogar 40x60mm (plus dann 20mm feste Dämmplatten aussen aufs Haus, um die schmalere Wand zu kompensieren) hätten wohl statisch gesehen auch gereicht. Befreundete Tiny-House-Bauer/innen konnten so ihr Gewicht massgeblich reduzieren. Ebenfalls hätte ich bei der Fassade eine leichtere Lösung finden sollen, auch wenn ich meine Fassade sehr schön finde, wie sie ist. 20mm nordische Tanne wird einfach sehr schwer. Evtl. hätte es schmalere Bretter gegeben (die dürfen dann einfach nicht zu schnell aufbrechen/springen) oder ich hätte zumindest teilweise mit Blech arbeiten können. Auch fürs Dach hätte ich in Aluminium statt in Stahl investieren können. Es ist teuer, aber auch sehr viel leichter.

Ich würde bevor ich die Loft einbaue die Wände dämmen, mit Dampfbremsfolie bedecken und die Sperrholzwände montieren. Es war sehr mühsam, das umgekehrt zu machen und die Dampfbremsfolie um die Loftbalken herum schön zu verkleben... Und wahrscheinlich ist es auch nicht ganz dicht geworden.

 

Bist du nach 3 Jahren Bauen immer noch motiviert?

Ja, sonst würde ich nicht mehr weiterbauen!

Die Motivation variiert aber über die Zeit - besonders wenn der Tiny-House-Bau mehrere Jahre dauert. Im ersten Jahr war die Motivation riesig, und das war grossartig, weil ich den Rohbau bei Wind und Wetter fertigstellen musste und das ohne Motivation ganz sicher nicht gemacht hätte. Das zweite Jahr war nach wie vor motiviert, jedoch hat sich der Bauprozess bei mir stark verzögert, weil ich ein neues Studium begonnen habe und kaum mehr Zeit hatte. Im dritten Baujahr musste ich mich durch ein paar blöde Bauschritte durchbeissen, von denen man später nicht viel sieht und die trotzdem anstrengend sind (z.B. Dämmung verlegen, Dampfbremsfolie verlegen). Da kam bei mir schon mal der Moment, wo ich dachte, ich weiss nicht, ob dieses Haus je fertig wird. Und dann kam so langsam das vierte Baujahr, und der Innenausbau startete. Und auf einmal ist meine Motivation wieder sehr gross! Auf einmal sehe ich das Ziel wieder vor mir und es rückt in greifbare Nähe. Toll!

 

Würdest du es wieder tun? Hat es sich gelohnt, ein Tiny House zu bauen oder bereust du es?

Ich bin sehr glücklich, dass ich dieses Tiny House gebaut habe, und ja, es hat sich absolut und in ganz verschiedener Hinsicht gelohnt. Aber offengestanden würde und könnte ich es nicht nochmal ein zweites Mal machen, da es sehr viel Arbeit bedeutet. ;-)

 

Was ist das Schwierigste am Tiny-House-Bauen?

  • Ganz klar die Organisation: Das Koordinieren von Recherche, Material, Helfer/innen, Zeit und Geld.
  • Dann: Die Balance zu finden zwischen Sich-Motivieren-und-Aufraffen und Sich-Pausen-Gönnen.
  • In meinem speziellen Fall empfinde ich es ausserdem als sehr herausfordernd, das Projekt alleine zu stemmen. Es ist möglich und es funktioniert ja offensichtlich ganz gut. Aber es ist herausfordernd, sich zeitlich mit Helfer/innen zu koordinieren und es ist leichter gesagt als getan, Hilfe anzufordern und anzunehmen.
  • Mein Projekt dauert zudem mittlerweile mehrere Jahre und hier ist klar die Herausforderung, trotz der Projektdauer dranzubleiben, nicht aufzugeben und motiviert zu bleiben.

Was waren die grössten Fehler beim Bauen/Planen?

Ich habe mich zu wenig aufs Gewicht konzentriert und zu schwere Materialien gewählt. Ich hätte die Konstruktion leichter gemacht, eine leichtere Fassadenverkleidung gewählt und fürs Dach in Aluminium statt Stahl investiert.

Die Loft einzubauen, bevor ich die Wände gedämmt und mit Dampfbremsfolie bedeckt hatte.

 

Worauf freust du dich am meisten, wenn es fertig ist?

Gaaaaanz viel!!

  • Auf meinem Sofa zu sitzen und meine Füsse am Holzofen zu wärmen.
  • Abends in meine Loft hochzuklettern und mit Blick auf die Sterne einzuschlafen.
  • In der Dämmerung mit einer Tasse Tee auf meiner Mini-Terrasse zu sitzen und in die Ferne zu schauen.
  • Auf dem Teppich im "Wohnzimmer" zu liegen und in die hohe Decke hochschauen zu können.
  • Musik zu hören, so laut ich will.
  • Von meinem Sofa aus Filme auf meiner eigenen Kino-Leinwand zu schauen.
  • Mit Blick nach draussen Gemüse zu schnippseln und auf dem Gasherd zu kochen.
  • Mit Blick nach draussen Klavier spielen zu können.
  • Dass ich in zwei Schritten draussen bin und spazieren gehen kann.
  • Das Wetter unmittelbarer mitzubekommen - in der Loft dem Regen lauschen zu können, im Winter direkt den Schnee schauen zu können.
  • In meinem eigenen, eigens gebauten Haus leben zu können und jeden Winkel und jede Schraube zu kennen.
  • Mehr Zeit und mehr Geld zu haben für die wichtigen Sachen im Leben. Simpler zu leben!
  • Nicht mehr bauen zu müssen. ;-)

 

Was würdest du Menschen, die mit dem Gedanken spielen, ein Tiny House zu bauen, empfehlen?

  • Informiert euch zum Thema, googelt, lest Blogs, schaut Youtube. Dann wird sich zeigen, ob ein Tiny House wirklich das ist, was ihr möchtet. Evtl. ist es dann ja doch einfach eine kleinere Wohnung oder eine andere Kleinwohnform.
  • Klärt eure Wohnbedürfnisse ab: Was braucht ihr wirklich, was nicht? Was muss es unbedingt drin haben im Tiny House?
  • Setzt euch mit den aktuellen Risiken einer solchen Wohnform auseinander - es ist, wie ihr sicher wisst, in der Schweiz noch nicht so easy, in einem Tiny House zu wohnen. Habt ihr ein Grundstück, wo ihr ein Tiny House hinstellen könnt? Oder kennt ihr jemanden, der ein Grundstück hat? Habt ihr eine Idee, wo ihr das Tiny House bauen könntet? --> Diese Risikoanalyse soll euch nicht abhalten, aber ist vielleicht schon ein Gedanke wert. Falls ein Tiny House euer absoluter Traum ist, können euch solche Gedanken wahrscheinlich eh nicht abhalten. ;-)
  • Überlegt euch, welche Ästhetik und welche Form euch besonders anspricht. Häuschen-Style oder Kastenform?
  • Fertigt Skizzen oder ein Modell an. Für den Computer eignet sich als Einstieg das Einrichtungsprogramm 'Sweet Home 3D' (gratis). Für die genauere Planung eignet sich definitiv 'Google SketchUp' (gratis) besser an. Das muss man aber ein bisschen erlernen. Ich empfehle dazu das tolle, sehr günstige Tutorial von 'Tiny Nest' (kanadisches Tiny-House-Bau-Pärchen).
  • Trefft wichtige Entscheidungen: Alleine, zu zweit oder zu mehrt bauen? Was für ein Anhänger, sprich wie viel Gewicht darf da drauf? Wo bauen? Was ist das Budget? Wie finanziere ich das Ganze?
  • Checkt auch nochmals wirklich eure eigene Motivation. Ihr werdet euch auch mal durchbeissen müssen, dafür werdet ihr mit fahrbaren vier Wänden belohnt. Vielleicht lest ihr euch oben mal die persönlichen Voraussetzungen durch, die ich denke, dass man sie für einen Tiny-House-Bau braucht. :-)
  • Sich nicht abschrecken und v.a. nicht von skeptischen Verwandten und Freunden abhalten lassen! Sondern sich von Leuten, die das bereits mal gemacht haben, inspirieren lassen. ;-) Eine "Wenn die das können, kann ich das auch"-Haltung hilft sehr weit!
  • Tauscht euch mit anderen Tiny-Houslers aus, z.B. im Verein Kleinwohnformen Schweiz.

Technisches

 Was schreibt das Strassenverkehrgesetz vor?

Das Strassenverkehrsgesetz schreibt die Begrenzungen eines Tiny Houses vor: Es darf höchstens 12m lang sein (inklusive Deichsel), höchstens 2.55m breit und höchstens 4m hoch.

Beim Gewicht ist die Lage komplizierter: PKW-Anhänger (wie meiner) dürfen mitsamt Last beim Fahren höchstens 3500kg schwer sein; schwerere Anhänger (z.B. Landwirtschaftsanhänger) dürfen schwerere Aufbauten tragen. Tiny Houses auf letzteren Anhängern können bis 10 Tonnen schwer sein.

Der Unterschied liegt nicht nur in der verschiedenen Bauweise, sondern auch in den Bremsen. PKW-Anhänger wie meiner haben nur Auffahrbremsen; schwerere Anhänger haben eigene, elektronische Bremsen und dürfen deshalb auch mehr beladen werden.

Bis heute bin ich nicht sicher, mit welchem Fahrausweis man in der Schweiz Anhänger bis 3500kg selber fahren darf. Da ich nie auf die Idee käme, mein Tiny House selbst herumzufahren (da ich viel zu aufgeregt wäre), stellt sich für mich diese Frage gar nicht.

Alles, was ich sonst noch dazu weiss, steht hier.

 

Worauf muss ich achten, wenn ich das Tiny House umziehen möchte? Muss ich das Tiny House beim Strassenverkehrsamt anmelden?

Damit ein Tiny House auf die Strasse darf, gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Anhänger beim Strassenverkehrsamt einlösen (mit Vorfahren), dann bekommt man ein Nummernschild und darf selbständig frei damit herumfahren. Da muss man dann aber auch Steuern zahlen. Dies eignet sich, wenn man öfters mit dem Tiny House umzieht und es selbst fahren will.
  2. Einen Garagisten oder eine Garagistin o.ä. engagieren, der/die a) ein geeignetes Zugfahrzeug (z.B. Pick-Up) hat, b) die Lizenz zum Anhänger-Fahren und c) ein Wechselnummernschild hat. Diese Person kann ein Wechselnummernschild mitbringen, dieses am Tiny House anbringen und eine einzelne Fahrt für dich übernehmen. Dies eignet sich, wenn man das Tiny House ohnehin nicht selbst fahren möchte und nur selten umzieht. Kostet u.U. etwas, dafür erspart man sich den Gang zum Strassenverkehrsamt.

 

Was sagt das Baurecht zu Tiny Houses?

Da bin ich leider auch noch immer nicht schlauer geworden. Hier steht alles, was ich persönlich dazu weiss.

Aktuellere Infos gibt es evtl. auf der Webseite des Vereins Kleinwohnformen Schweiz: https://kleinwohnformen.ch/

 

Ist das Tiny House versichert?

Ja, das Tiny House ist zumindest während des Baus versichert. Ich habe eine individuelle Lösung von der Allianz bekommen.

 

Wo hast du deinen Anhänger gekauft?

Massgefertigt bei der Anhänger-Firma Stüssi in Wettswil a.A.

 

Welche Dämmung hast du genommen?

Zunächst habe ich geplant, flexible Holzfaserdämmung zu verbauen (aus gesundheitlichen und ökologischen Gründen).

Aufgrund des Gewichtsproblems des Tiny Houses bin ich dann auf die leichtere Glaswolle umgestiegen.

 

Wie heizt du das Tiny House?

Im Moment mit einem Holzofen, dem Hamlet Hardy 4. Bestellt habe ich ihn bei Toplicht.de.

Mehr dazu hier.

 

Wie funktioniert das mit der Toilette?

Die Toilette wird eine Trocken-/Komposttoilette sein, d.h. sie kommt ohne Wasser und Abwasser aus. Es gibt teure Modelle, die aussehen wie ein gewöhnliches WC, oder man kann es für wenig Geld selber bauen.

 

Bei den teuren Modellen werden Flüssig- und Feststoffe getrennt, Flüssigstoffe landen in irgendeinem Behälter, und Feststoffe in einem mit einem Müllsack (auch kompostierbar erhältlich) ausgelegten Behälter. Die Trennung verhindert den üblichen Zeltlager-Buddel-WC-Geruch. Die Feststoffe werden derweil mit einem Mini-Ventilator belüftet (ein Rohr führt nach draussen an die frische Luft) und daher schnell ausgetrocknet. Gerüche sind also kein Problem. Durchs Austrocknen verringert sich auch deren "Platzbedarf" und man muss den Müllsack viel weniger häufig entsorgen oder ihn auf den Kompost bringen. Der Flüssigstoffbehälter wird auch regelmässig geleert.

 

Bei den günstigen Selbstbau-Varianten landet alles zusammen in einem Behälter. Nach dem Geschäft streut man eine spezielle Holz-Rinden-?-Mischung drüber, was den gleichen Effekt wie die Belüftung beim teuren Modell nach sich zieht: Alles trocknet aus und man hat daher ebenfalls keine Geruchsbildung.

 

Ob das Kompostieren dieser Abfälle in der Schweiz erlaubt ist, weiss ich aber nicht.

 

 

Wie funktioniert das mit Wasser und Abwasser?

Wasser ins Tiny House reinzubringen ist nicht so eine grosse Sache. Hier gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Wasser aus einem Tank ins Tiny House leiten: Die autarke Variante. Darüber weiss ich leider gar nichts und ich werde es auch nicht so lösen.
  2. Wasser über einen Trinkwasserschlauch von einem benachbarten Haus ins Tiny House leiten: Den Trinkwasserschlauch kann man z.B. mit einem Frostschutzband versehen, sodass das Wasser im Winter nicht gefriert. Das Wasser sollte zuerst in einen Druckverminderer gelangen, da der Druck in den normalen Wasserleitungen zu hoch ist für ein Tiny House. Anschliessend wird das Wasser in eine Kaltwasserleitung und in eine Warmwasserleitung aufgeteilt. Das Warmwasser kann z.B. durch einen Durchlauferhitzer erwärmt werden.

Wasser aus dem Tiny House rauszubringen hingegen ist die andere Sache. Zuerst mal gibt es strenggenommen kein Abwasser im Tiny House. Denn als Abwasser wird stark verschmutztes "Schwarzwasser" bezeichnet - also das Wasser, welches das WC runtergeht. So ein Abwasser produziert das Tiny House aber nicht, da die Toilette eine Trocken-/Komposttoilette sein wird. Was im Tiny House anfällt, geht unter "Grauwasser" - dazu gehört Duschwasser, Händewaschwasser, Waschmaschinenwasser, und leicht verschmutztes Küchenwasser.

 

Normalerweise wird in Tiny Houses das Grauwasser in Rohren direkt runter durch den Anhänger hindurch unter oder neben das Tiny House geleitet, dort gesammelt und anschliessend entsorgt oder aber nach einer Reinigung für bestimmte Zwecke (Pflanzengiessen z.B.) wiederverwendet. Da man als Einzelperson nicht wahnsinnig viel Grauwasser produziert, sollte das alles kein Problem sein!

 

 

Wie funktioniert das mit dem Strom?

Um Elektrizität ins Tiny House zu bringen, gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Solarstrom vom Dach: Besonders geeignet, falls man autark sein will oder irgendwo im Nirgendwo steht. Einen Anschluss habe ich eingebaut, jedoch fehlt mir gerade das Budget, um Solarpaneele anzubringen. Von daher verschiebe ich das auf später und nutze Option 2.
  2. Über ein CEE-Kabel, über das man Strom von einem benachbarten Haus beziehen kann. Dies eignet sich besonders, wenn man länger an einem Ort steht.

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Ja. Die aktuellen Kosten findest du hier. Für genauere Auskünfte, schreibe mir über Kontakt und ich kann dir meine Excel-Liste mit der Ausgabenübersicht schicken.

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