Frequently Asked Questions!

Hier beantworte ich - so gut es geht - die häufigsten Fragen zum Tiny-House-Projekt.


  • Was ist ein Tiny House?

Dazu mehr hier.

  • Was wird es drin haben in deinem Tiny House?

Folgendes ist geplant:

Eine vollständige Küche (mit Herd, Ofen, Kühlschrank, Brüneli), ein gemütliches "transformierbares" Sofa, ein Esstisch, Platz für mein E-Piano (obwohl ich im Moment denke, dass ich das E-Piano im Haus daneben im Band-Raum lasse), eine Storage-Loft, ein grosser Schrank für Kleider, Hobby-Material etc., ein vollständiges Bad (mit WC, Dusche und Brüneli), Platz und Anschlüsse für eine Waschmaschine (die ich aber nicht einbauen werde, da ich sie nicht brauche), ein Holzofen und eine Schlaf-Loft unter dem Dach (wo beliebig breite Matratzen hineinpassen!).

Wer nicht glaubt, dass das alles auf 20m^2 passt, soll das Modell anschauen :D

  • Wie gross ist dein Tiny House?

Masse: 6m lang, 2.55m breit, 4m hoch (vom Boden bis zum Dachfirst).

Genauere Masse im Innenraum (Lofthöhe etc.): Hier nachschauen.

Fläche: 20^2m insgesamt; davon 14^2m im unteren Bereich und 6^2m in der Schlafloft.

  • Warum auf Rädern? Macht das nicht alles viel komplizierter?

Schau hier (unter "Offene Fragezeichen").

  • Warum kaufst du nicht einfach einen (Kunststoff-/Reise-)Wohnwagen, wenn du auf kleinem Raum leben willst?

Ich möchte eben nicht nur einfach auf kleinem Raum leben (denn dann wäre der Wohnwagen oder die nächste Hundehütte wohl die günstigere Variante). Dieses Projekt ermöglicht mir viel mehr als nur die Aussicht auf platzsparendes Wohnen. Es gibt mir die Möglichkeit, mal wirklich was Neues zu lernen, mich kreativ und körperlich zu betätigen, mir ein Zuhause zu schaffen, und überhaupt mal etwas zu erschaffen, ... uuund so weiter!

Und übrigens: Ein Tiny House ist sehr viel geräumiger, gemütlicher und wintertauglicher als ein herkömmlicher Wohnwagen. :-)

  • Warum baust du überhaupt etwas?!

Weil ich lernen möchte zu bauen. Ich möchte lernen, wie man mit Holz umgeht, was für Materialien es da draussen gibt, wie man die passenden Werkzeuge benutzt, und ich möchte wirklich gerne etwas mit meinen Händen machen.

UND: Ein Tiny House zu bauen ist wie schon gesagt auch nicht reduziert aufs Bauen. Die anderen Arbeitsphasen bereiten mir mindestens so viel Herausforderung. Nebst dem Bauen steckt ein grosser Teil der Arbeit v.a. in der Recherche fürs Bauen, im Designen des Mini-Häuschens, im Sich-Auseinandersetzen mit dem, was man wirklich braucht und wirklich möchte. Die Vorbereitungsarbeit ist mit Googeln und "Tiny-House-Tours"-Schauen auf Youtube nicht gemacht (obwohl Letzteres sehr unterhaltsam ist). Denn das Internet hilft viel, aber erst, wenn man sich durch Tausende von Seiten, Anleitungen, Tipps, Broschüren, PDFs, Foren und Blogs geklickt hat. How-To-DVDs nützen auch nur etwas, wenn man das Gezeigte/Gesagte versteht und schnell wieder findet. Das Filtern von Wissen, das Sammeln von Informationen und deren Aufbereitung hat mich bis jetzt schon viel, viel Zeit gekostet. Ich recherchiere jeden Tag mindestens 1 Stunde fürs Tiny House. ;-)

Was also meine Freunde und Verwandten (vermutlich?) nicht ahnen, ist, dass das Projekt eigentlich schon längst gestartet ist... ganz ohne Bauen! :-)

  • Warum hast du den Anhänger massfertigen lassen? Wäre es nicht viel günstiger gewesen, einen gebrauchten zu kaufen?

Ja, es wäre günstiger, einen gebrauchten Anhänger zu kaufen. Aus folgenden Gründen habe ich mich jedoch für einen massgefertigen Anhänger entschieden:

1) Es ist nicht so einfach, einen gebrauchten Anhänger in gutem Zustand zu finden.
2) Gebrauchte Anhänger muss man oft zuerst abschleifen, neu lackieren, um Rost vorzubeugen. Sie geben also vor dem eigentlichen Bauprojekt viel zu tun.

3) Man muss das nehmen, was gerade im Angebot ist... und sich allenfalls mit anderen Interessenten rumschlagen.

4) Ein massgefertigter Anhänger ist genau auf meine Bedürfnisse zugeschnitten: Sowohl in Breite als auch Länge. Mit einem gebrauchten Anhänger kann man logischerweise nicht so exakt vorausplanen, wie ich es bis jetzt gemacht habe. Die Breite und die Länge konnte ich selbst wählen, sodass ich komfortabel alles ins Häuschen bringe. Mit dem CAD-Modell konnte ich ausserdem kontrollieren, was die Maximalbreite des Anhängers sein muss, sodass ich mit dem geplanten Fassadenaufbau noch unter den 2.55m bin - ohne Raum im Haus opfern zu müssen.

5) Der wichtigste Punkt ist jedoch: Die Höhe des Anhängers. Bau- und Zirkuswagen sind normalerweise auf Anhängern gebaut, deren Ladefläche ca. 1m hoch sind. Das ist kein Problem, solange man keine erhöhte Schlafloft einbauen will (wie ich). Wer wie ich 'zweistöckig' bauen will, kommt nicht darum herum, die tiefstmögliche Ladefläche zu suchen. Bei meinem massgefertigen Anhänger wird die Ladefläche auf 45cm Höhe sein. Das ist extrem tief, man kann einen Schritt machen und ist im Haus. So eine niedrige Ladefläche gibt es bei gebrauchten Anhängern einfach oft nicht und sie ist wichtig, damit man die 4m Maximalhöhe ausnutzen kann.

  • Hast du vor dem Tiny House je etwas gebaut?

Nein. ;-)

  • Hast du dein Tiny House selber 'designt'?

Ja!

Und habe dafür auch 1 Jahr gebraucht. Das Lieblingsdesign zu finden war eine lange Geschichte. Wie bei einem normalen Haus wohl auch?!

  • Mit welchem Programm machst du deine 3D-Modelle?

Mit Google Sketchup Make (gratis).

  • Wo baust du das Tiny House?

Von November 2016 bis August 2018 habe ich auf dem Areal der Schreinerei "Holzlabor" in Thalheim an der Thur gebaut.

Ab August 2018 steht das Tiny House vorläufig an einem neuen Ort. :-)

  • Mit welchem Geld baust du das Tiny House? Mit wie vielen Ausgaben rechnest du?

Mehr zum Geld hier (unter "Das liebe Geld" und "Budget").

Ich rechne mit 40'000 Franken (Stand: September 2018), darin sind auch Bauplatzmiete, Werkzeuge etc. eingerechnet. Wobei, "rechnen" darf ich es nicht nennen. Ich habe nie ein Budget ausgerechnet, weil es extrem schwierig ist, alle Preise im Vornherein zu kennen. Es kann daher seeehr gut mehr oder weniger werden. Die Frage ist auch, ab wann ich es "fertig" nenne...

PS: Ich führe eine detaillierte Liste über meine Ausgaben fürs Tiny House. Am Schluss des Baus werde ich also genau sagen können, was mich das Projekt gekostet hat.

  • Was ist, wenn du aufgibst, und all dein Geld in nichts investiert hast?

Am Anfang des Projekts habe ich auf diese Frage so geantwortet: Aufgeben ist eigentlich keine Option (ausser ich breche mir das Bein am ersten Tag, was wir NICHT hoffen). Falls ich doch aufgeben würde, dann würde ich mich an folgenden Gedanken halten: Scheitern kann nur, wer es versucht. Es nicht zu versuchen, wäre für mich das wahre Scheitern. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und ich würde mir nie sagen müssen: Hättest du dieses Häuschen doch damals gebaut...

Mittlerweile bin ich im Projekt so weit fortgeschritten, dass Aufgeben erst recht keine Option ist. Das Ding wird fertig gebaut, basta. Und wenn ich es aus irgendwelchen Gründen nicht selbst fertig schaffe, wird das Tiny House verkauft und das investierte Geld kommt wieder rein.

  • Wie lange geht der Bau ungefähr?

Ich habe im November 2016 angefangen. Die Bauzeit ist nicht begrenzt, ich möchte gerne möglichst stressfrei vor mich hin bauen und es ist eh unmöglich einzuschätzen, wie lange das Ganze geht.

Ich rechne mit ca. 4 Jahren Bauzeit (Stand: September 2018), also bis 2020.

  • Kannst du Hilfe beim Bauen brauchen?

Professioneller Sanitärinstallateur: Falls irgendjemand einen Sanitär kennt, der mir gerne meine paar Rohre einbauen würde (für wenig Geld oder gratis 8-)), bitte melden. (Einen Profi-Elektroinstallateur kenne ich bereits, der das gerne für mich macht!)

  • Wie bringt man Elektrizität in ein Tiny House?

1) Über Solarpanele.

2) Über ein CEE-Kabel, das man von einem benachbarten Haus mit dem Tiny House verbindet.

Mehr zum Strom hier.

  • Wie machst du das mit den Wasserleitungen und dem Abwasser?

Mehr Infos zur Sanitärinstallation hier.

Wasser ins Tiny House reinzubringen ist nicht so eine grosse Sache. Wasser aus dem Tiny House rauszubringen hingegen ist die andere Sache. Zuerst mal gibt es strenggenommen kein Abwasser im Tiny House. Denn als Abwasser wird stark verschmutztes "Schwarzwasser" bezeichnet - also das Wasser, welches das WC runtergeht. So ein Abwasser produziert das Tiny House aber nicht, da die Toilette eine Trocken-/Komposttoilette sein wird. Was im Tiny House anfällt, geht unter "Grauwasser" - dazu gehört Duschwasser, Händewaschwasser, Waschmaschinenwasser, und leicht verschmutztes Küchenwasser.

Normalerweise wird in Tiny Houses das Grauwasser in Rohren direkt runter durch den Anhänger hindurch unter oder neben das Tiny House geleitet, dort gesammelt und anschliessend entsorgt oder aber nach einer Reinigung für bestimmte Zwecke (Pflanzengiessen z.B.) wiederverwendet. Über Grauwasserlösungen fürs Tiny House kann man hier mehr lesen. Da man als Einzelperson nicht wahnsinnig viel Grauwasser produziert, sollte das alles kein Problem sein!

  • Wie funktioniert das mit der Toilette?!

Die Toilette wird eine Trocken-/Komposttoilette sein, d.h. sie kommt ohne Wasser und Abwasser aus. Es gibt teure Modelle, die aussehen wie ein gewöhnliches WC, oder man kann es für wenig Geld selber bauen. Und falls ihr genauer wissen wollt, wie das funktioniert (;-)), bitte weiterlesen:

Bei den teuren Modellen werden Flüssig- und Feststoffe getrennt, Flüssigstoffe landen in irgendeinem Behälter, und Feststoffe in einem mit einem Müllsack (auch kompostierbar erhältlich) ausgelegten Behälter. Die Trennung verhindert den üblichen Zeltlager-Buddel-WC-Geruch. Die Feststoffe werden derweil mit einem Mini-Ventilator belüftet (ein Rohr führt nach draussen an die frische Luft) und daher schnell ausgetrocknet. Gerüche sind also kein Problem. Durchs Austrocknen verringert sich auch deren "Platzbedarf" und man muss den Müllsack viel weniger häufig entsorgen oder ihn auf den Kompost bringen. Der Flüssigstoffbehälter wird auch regelmässig geleert.

Bei den günstigen Selbstbau-Varianten landet alles zusammen in einem Behälter. Nach dem Geschäft streut man eine spezielle Holz-Rinden-?-Mischung drüber, was den gleichen Effekt wie die Belüftung beim teuren Modell nach sich zieht: Alles trocknet aus und man hat daher ebenfalls keine Geruchsbildung. Hier ein Erfahrungsbericht von Tiny-Housers aus Neuseeland.

Ob das Kompostieren dieser Abfälle in der Schweiz erlaubt ist, weiss ich aber nicht.

Mit beiden Varianten haben Tiny-House-Bewohner (und viele andere) super Erfahrungen gemacht! Es ist eine sehr sinnvolle Toiletten-Art, viel ressourcenschonender als Wassertoiletten oder auch Chemietoiletten. Übrigens: In vielen skandivanischen Häusern sind (die teuren) Trockentoiletten schon der Standard.:-)

  • Ist das Haus versichert?

Ja, das Hüüsli ist während der Bauzeit versichert. Ich habe eine individuelle Lösung von der Allianz bekommen.

  • Sicherheit: Was ist, wenn ein Sturm kommt? Hast du an einen Blitzableiter gedacht? Was ist mit Feuerschutz??

Das Häuschen wird höchstwahrscheinlich nicht auf offenem Feld stehen. So viel zum Sturm. Über Blitzableiter habe ich nachgedacht, Recherchearbeiten stehen aber noch aus. Bei Feuer gibt's in dem Sinn nicht viel zu schützen. Die Heizquelle des Tiny House wird ein Holzofen sein, und ich werde mich sehr bemühen, den Einbau so zu machen, dass kein Feuer ausbrechen kann. Für die elektrischen Leitungen kommt ein Fachmann. Das Tiny House ist und bleibt aber ein Holzhäuschen; ist ein Feuer also hartnäckig und wird nicht gelöscht, wird es natürlich brennen.

Wichtig ist aber v.a. Personenschutz: Es gibt also Fenster im Bad, ziemlich viele Fenster (und ein Tür!) im Wohn-Küchen-Bereich, und Fenster in der Loft, wo man hinausklettern kann. Für einen so kleinen Raum ziemlich viele Ausstiegsmöglichkeiten!

  • Was möchtest du nachher mit dem Häuschen?

Es gibt viele Möglichkeiten, und da diese Frage so weit in die sehr ungewisse Zukunft reicht, kann ich sie nicht klar beantworten! Drin

Man kann das Tiny House auch als Ferienwohnung oder Wochenend-Haus brauchen, es vermieten oder gar verkaufen.

  • Wo kannst du das Häuschen nachher aufstellen?

Folgende Möglichkeiten gibt's:

1) Auf privaten Grundstücken von netten Menschen. :-)

2) Auf Bauernhöfen von ebenfalls netten Menschen.

3) Auf eigenem Land.

4) Auf einem Campingplatz.

5) Auf gemietetem Land.

  • Brauchst du eine Baubewilligung für das Häuschen? Wo darf ich das Häuschen aufstellen?

Mehr dazu hier.

Ich glaube, das ist die glorreiche Frage, die sich alle, aber wirklich ALLE Tiny-House- und Wagen-Fans stellen. Das ist auch die Frage, die mir bei Besuchen und per Mail am meisten gestellt wird. Und ich kann leider keine abschliessende Antwort geben. Wenn wir alle ein bisschen was dazu rausfinden, dann sind wir als Kollektiv vielleicht irgendwann etwas schlauer...

HABT IHR WEITERE FRAGEN?

Einfach in den Kommentar schreiben oder mich bei nächster Gelegenheit ausquetschen! Wenn man viel gefragt wird, muss man sich auch die Antworten überlegen und das schützt das Projekt vor bösen Überraschungen :-)